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Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat
Hessen
Mainzer Straße 80
65189 Wiesbaden
Website: Externer Link zur Behörde
Kreuzkräuter (Senecio spec.) nehmen in ihrem Bestand erheblich zu, vor allem auf extensiv bewirtschafteten Flächen. Sie enthalten die für Weidetiere hochgiftigen Pyrrolizidin-Alkaloide. Dies gefährdet die Nutzung von Wirtschaftsgrünland als Futterbasis zunehmend. Eine effektive Kontrolle der Kreuzkräuter sichert die Grundfutterproduktion. Ziel des Vorhabens ist es, die Fraßgifte enthaltenden Kreuzkräuter effektiv, bei gleichzeitiger Erhaltung der Artenvielfalt, zu regulieren. Dafür findet eine Anlage von Versuchsanbauten der Senecio-Arten unter Gewächshausbedingungen statt (On-Station Research) und es werden Praxisversuche auf acht landwirtschaftliche Betriebe in der Modellregion Westerwald durchgeführt (On-Farm Research). Außerdem werde Senecio-Kulturen werden als Futterquelle für Züchtung und Vermehrung herbivorer Insekten angelegt, um die Biologie der Insekten und Wechselwirkungen zwischen Futterpflanze und Insekt unter kontrollierten Bedingungen nachzuvollziehen. Die gewonnenen Erkenntnisse führen dann zur Auswahl an biologischen und landtechnischen Maßnahmen.
Abschlussbericht zum Download (PDF-Datei)
Die Ergebnisse zeigen, dass Jakobskreuzkraut vor allem durch angepasstes Flächenmanagement wirksam zurückgedrängt werden kann. Entscheidend sind eine hohe Vegetationsdeckung, standortangepasste Flächenpflege nach guter landwirtschaftlicher Praxis, regelmäßige Mahd sowie die Verbesserung der Bodenstruktur (z. B. Kalkung, organische Düngung), damit Feuchtigkeit im Boden gehalten wird. Besonders wirksam ist die selektive Rosettenbehandlung im frühen Entwicklungsstadium bei geringem Aufwuchs. Dadurch wird die Ausbreitung und Aussamung unterdrückt, während die Begleitvegetation geschont wird. Da Jakobskreuzkraut in der Versuchsregion häufig vorkommt, ist das Risiko einer Wiedereinwanderung von benachbarten Flächen hoch. Betriebsübergreifende Konzepte und Absprachen zwischen landwirtschaftlichen Betrieben sind daher sinnvoll. Insgesamt sichern frühzeitiges Handeln, regelmäßiges Monitoring und abgestimmte Maßnahmen langfristig stabile, resiliente Grünlandflächen.
ELER 2014-2020
Professur für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung, Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Till Kleinebecker
Heinrich-Buff-Ring 26-32
35392 Gießen
Telefon: 0641/9937161
Mail: Till.Kleinebecker@umwelt.uni-giessen.de
Julius-Kühn-Institut; 8 landwirtschaftliche Betriebe aus Hessen und Rheinland-Pfalz
2022
abgeschlossen
381.945
DE721 Gießen