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Wissen und Innovation sind entscheidend dafür, dass Landwirtinnen und Landwirte sowie ländliche Räume die derzeitigen und künftigen Herausforderungen bewältigen können. Viele Höfe werden in den kommenden Jahren an die nächste Generation übergeben. Die GAP wird derzeit für die neue Förderperiode ab 2028 aufgestellt. Da stellt sich vielen die Frage: Wie kann der Wissenstransfer durch Bildung, Beratung und Forschung bestmöglich organisiert werden?
Der AKIS-Workshop bot Raum für Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Bildung, Beratung, Forschung und Praxis, um den Wissenstransfer in die Breite zu stärken und gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren. Es gilt, gemeinsam das Agrarische Wissens- und Innovationsystem (Agricultural Knowledge and Innovation System=AKIS), auch im Rahmen der GAP, für die nächsten Jahre gut aufzustellen. Denn auch in der neuen Förderperiode soll AKIS mit den dazugehörigen Interventionen wie beispielsweise Beratungsförderung und EIP-Agri fortgeführt werden.
Dass in Deutschland und der EU zahlreiche Best-Practice Beispiele (PDF, 49 MB) existieren, zeigte der anschauliche Markt der Inspiration.
Weitere Beispiele haben wir hier für Sie aufgeführt: AKIS ganz anschaulich.
In den Workshops konnten einzelne AKIS-Themen wie Bildung oder Digitalisierung vertieft werden.
Wie "spielt" sich AKIS konkret? Die Teilnehmenden teilten sich in Gruppen mit jeweils 5 bis 7 Personen an Tischen mit einem AKIS-Spielplan auf und zogen Karten mit einzunehmenden Rollen, etwa als Beraterin, Landwirtin oder Forscher. Das “Sticking Barriers”-Spiel dient der Identifikation von Barrieren und Herausforderungen zwischen AKIS-Akteuren und eignet sich sowohl als Einstieg in die landwirtschaftlichen Wissens- und Innovationssysteme als auch zur gemeinsamen Diskussion spezifischer Lösungsansätze mit Expertinnen und Experten.
Die Wandelbarkeit des Spiels ermöglicht es, zielgruppenspezifisch entweder eher allgemein oder an konkreten Herausforderungen zu arbeiten. Für diese gibt es Sticker, die vordefinierte Barrieren im AKIS darstellen, sowie Joker. Die diskutierten Lösungsansätze werden auf Post-it-Zetteln notiert. Der gemeinsame Austausch und die Interaktion verschiedener Akteure verleihen dem Spiel Dynamik bei der Identifizierung und Priorisierung spezifischer Hindernisse und fördern kreative Ansätze zur Weiterentwicklung des AKIS. Die vorgefertigten Sticker regen dazu an, aktuelle Herausforderungen einzubringen. Insofern eignet sich das “Sticking Barriers”-Spiel sowohl zur Identifizierung von Barrieren als auch zum Austausch über mögliche Lösungen. Die Einnahme anderer Rollen ermöglicht Perspektivwechsel, die zu einem besseren Verständnis beitragen und die Kompromissfindung erleichtern können.
Der anschließende Erfahrungsaustausch zeigte großes Interesse an den Möglichkeiten, das Spiel zu nutzen und weiterzuentwickeln. Es bietet Potenzial zur weiteren Verbreitung und lässt sich an verschiedene Zielgruppen und deren jeweilige berufliche Kontexte anpassen. Durch die teilnehmenden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus ganz Deutschland kann die von modernAKIS erweiterte Methodensammlung dazu beitragen, Wissen noch besser in die Breite zu tragen. Auf der Website akisconnect.eu stehen dafür weitere Spiele und Methodentools des modernAKIS-Projekts mit ausführlichen Beschreibungen und Druckvorlagen für Spielpläne zur Verfügung.
Auf dem Poster AKIS in Play (PDF, 440 KB) findet sich ein Überblick über weitere AKIS-Spiele. Die Methodensammlung der Teilnehmenden wurde dabei spielerisch erweitert, um Wissenstransfer und Innovationen in der Landwirtschaft zu stärken und den Einsatz von AKIS-Methoden weiter zu verbreiten.
Weitere Informationen:
Der Workshop “Förderung des interaktiven Innovationsansatzes – oder: ein AKIS live Puzzle” war darauf ausgelegt, den Ansatz praktisch erlebbar zu machen. Die EU-Kommission sieht ihn als Motor zur Stärkung praxisorientierter Forschung und Innovation.
Im Rahmen von land- und forstwirtschaftlichen Projekten wird von den Projektteams erwartet, dass sie die Prinzipien der Zusammenarbeit für Innovationen verpflichtend in ihrer partizipativen und transdisziplinären Projektarbeit anwenden. Nach einer Einführung in das AKIS-Konzept erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer individuelle Rollenbeschreibungen, die auf zwei Tischgruppen verteilt wurden. In jeder Gruppe waren sechs unterschiedliche Rollen – vom Bürgermeisterbüro bis zum Ökolandbauverband – vertreten. Ziel war es, auf Grundlage des interaktiven Innovationsansatzes ein Stadtfest mit Bauernmarkt, Infoständen und einem Diskussionsforum zu planen, wobei die Beteiligten unterschiedliche Sichtweisen einbrachten.
Unabhängig von ihrem Erfahrungshintergrund im realen Leben waren sich die Teilnehmenden abschließend einig, dass ein gutes Management und eine sorgfältige Vorbereitung der Planungstreffen unerlässlich sind. Rollen müssen klar definiert sein und alle relevanten Akteure informiert und beteiligt werden. Ein solcher interaktiver Prozess benötigt im Vergleich zur Organisation durch ein Eventteam allein mehr Zeit. Der Austausch eröffnet jedoch die Möglichkeit, die unterschiedlichen Interessen aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung, den Verbänden sowie Politik und Verwaltung auf Augenhöhe einzubringen. Auch junge Menschen könnten beispielsweise durch die Einladung der lokalen Berufsschule Verantwortung übernehmen, etwa bei der Pressearbeit.
Weitere Informationen:
Dort, wo Wissen zusammenkommt und in die Praxis übertragen wird, können innovative Lösungen umgesetzt werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei die überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜA). Das Bundeszentrum Landwirtschaft (BZL) vermittelte, wie Wissen aus Praxis, Forschung, Beratung, Verwaltung und Bildung an den ÜA zusammengeführt, übersetzt und in berufliche Handlungskompetenz überführt wird. ÜA sind zentrale Einrichtungen der beruflichen Bildung in Deutschland und dienen als “dritter Lernort” neben Betrieb und Berufsschule.
Die Teilnehmenden entwickelten ein innovatives Lernformat, mit dem Wissen so vermittelt werden kann, dass Innovationen tatsächlich in der landwirtschaftlichen Praxis ankommen und zugleich in die überbetriebliche Ausbildung integriert werden können. Auf Basis eines Forschungsprojekts des Bildungs- und Wissenszentrums Boxberg (Landesanstalt für Schweinezucht) sowie von Haus Düsse (Landwirtschaftskammer NRW) erarbeiteten sie ein immersives Lernformat, mit dem Auszubildende die Besamung einer Sau am 3D-Modell und mit einer VR-Brille trainieren können.
Weitere Informationen:
Im Workshop der AKIS-Koordinierungs- und Vernetzungsstelle Hessen wurde der Frage nachgegangen, wie AKIS über Bundesländergrenzen hinweg wirksam werden und sich aus punktuellen Kontakten eine kontinuierliche und tragfähige Zusammenarbeit entwickeln kann.
Als mögliche Lösungsansätze wurden insbesondere die Einrichtung von AKIS-Koordinierungsstellen in allen Bundesländern, eine bessere Sichtbarkeit und Auffindbarkeit der AKIS-Ansprechpersonen auf Länder- und Bundesebene sowie ein interaktives Mapping bestehender Strukturen diskutiert. Ergänzend wurden Best-Practice-Beispiele für eine verständliche Vermittlung des AKIS-Ansatzes, eine Konkretisierung des AKIS-Auftrags sowie ein bundesweites AKIS-Forum beziehungsweise ein regelmäßiger AKIS-Thementag als weitere Instrumente benannt.
Als zentrale Schlussfolgerung wurde festgehalten, AKIS stärker themenbezogen zu denken und gemeinsam weiterzuentwickeln. Für eine wirksame länderübergreifende Zusammenarbeit braucht es konkrete gemeinsame Ziele, klare Ansprechstrukturen und regelmäßige Treffen zwischen den Bundesländern. So können bestehende Potenziale besser gebündelt, Erfahrungen ausgetauscht und Lösungen für die Praxis entwickelt werden.
Weitere Informationen:
Ausgangspunkt waren Informationen zum aktuellen Stand der Arbeiten im BMLEH sowie zu den Vorschlägen der Europäischen Kommission zur GAP nach 2027 und zur Strategie für den Generationswechsel in der Landwirtschaft. Im Mittelpunkt standen insbesondere die vorgesehene Strategie für den Generationswechsel (Art. 15) und das Starterpaket für Junglandwirtinnen und Junglandwirte (Art. 16).
In zwei Durchläufen identifizierten die Teilnehmenden zunächst die aus ihrer Sicht wichtigsten Hürden für die Hofnachfolge und entwickelten darauf aufbauend mögliche Maßnahmen. Neben bekannten Aspekten wie Finanzierung und Flächenzugang rückten insbesondere die informellen und persönlichen Faktoren der Hofnachfolge in den Vordergrund. Hohe Priorität hatten die emotionalen Belastungen des Übergabeprozesses für beide Generationen, unterschiedliche Erwartungshaltungen sowie eine häufig zu spät beginnende Auseinandersetzung mit der Hofübergabe. Auch regional unterschiedliche Ausgangsbedingungen und verlässliche Rahmenbedingungen wurden als wichtige Faktoren benannt.
Bei den Lösungsansätzen standen vor allem niedrigschwellige und individuell zugeschnittene Unterstützungsangebote im Fokus. Diskutiert wurden unter anderem Beratung und Mediation, Prozessbegleitung, Vorsorgeberatung, Wissenstransfer und Coaching, aber auch Aspekte wie eine höhere Transparenz am Agrarflächenmarkt. Insgesamt zeigte sich ein besonderes Interesse an Angeboten, die die Hofnachfolge als längerfristigen Prozess verstehen und gezielt auf die jeweilige betriebliche und persönliche Situation eingehen.
Anschließend wurden mögliche Bausteine für das von der Kommission vorgesehene Starterpaket priorisiert und ergänzt. Als besonders relevant wurden unter anderem Beratung, Investitionsunterstützung, Finanzierungsinstrumente, Niederlassungsbeihilfen und funktionierende Vertretungsdienste eingeordnet. Ergänzend wurden Kooperationen zur Hofnachfolge, Ansätze für außerfamiliäre Übergaben sowie spezifische Angebote für Kleinerzeuger diskutiert.
Die beiden Workshopdurchläufe haben vielfältige und praxisnahe Perspektiven zusammengeführt. Deutlich wurde insbesondere, dass ein erfolgreicher Generationswechsel neben geeigneten Förderinstrumenten auch eine frühzeitige, vertrauensvolle und bedarfsgerechte Begleitung erfordert. Die Ergebnisse und der intensive Austausch zwischen den unterschiedlichen Akteuren liefern wertvolle Impulse und Erkenntnisse für die weitere Arbeit des BMLEH zum Generationswechsel in der Landwirtschaft.
Weitere Informationen:
Abschließend verfassten die Teilnehmenden gemeinsam Zukunftssätze für AKIS im Jahr 2040. Diese werden in der Veranstaltungsreihe “AKIS verbindet” weiter vertieft.
Workshop am 9. und 10. September 2026 bei Stendal
Am Tagungsort, dem Zentrum für Tierhaltung und Technik der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau in Iden, verbinden sich Tradition und Moderne. Wissenschaft trifft auf Praxis, und die Versuche sind an die regionalen Bedarfe angepasst. Bei den Besichtigungen konnten die Teilnehmenden AKIS auf vielfältige Weise in Aktion erleben.
Programm (PDF, 722 KB)
Der Workshop fand gemeinsam mit den zuständigen Fachreferaten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) statt.
