Neuer Raum in alten Mauern

Für eine ressourcenschonende Baukultur

Fachforum 25 auf dem Zukunftsforum Ländliche Entwicklung des BMLEH, 22. Januar 2026 in Berlin

Zum aufgezeichneten Livestream

Die zentrale Forderung im Fachforum: Sanieren vor Neubau – aus Gründen des Klimaschutzes und um identitätsstiftende lokale Baukultur zu bewahren. Etwa 100 Teilnehmende waren vor Ort und über 140 verfolgten die Veranstaltung im Livestream. Das Fachforum veranstaltete die DVS in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen (BAG LAG), der Agrarsozialen Gesellschaft (ASG) und dem Büro Brüssel der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Alte Gebäude nachhaltig, partizipativ und identitätsbewahrend nutzen – drei Impulse

"Sanieren, sanieren, sanieren!", mit dieser Forderung schloss Hartmut Berndt von der BAG LAG seinen Kurzvortrag. Er war einer von drei Impulsgebenden auf dem Fachforum. Der Gebäudesektor hat einen erheblichen Anteil am gesamten CO2-Ausstoß. Davon geht etwa ein Drittel auf das Konto der Errichtung der Gebäude. Diese sogenannte Graue Energie ist im Gebäudebestand gleichsam konserviert, sodass die Sanierung dem Neubau vorgezogen werden muss, um diese Energie nicht durch den Abriss zu vernichten. Dies gelte nicht nur für Denkmale, sondern auch für alle anderen Bestandsgebäude. 

Umnutzung und Innentwicklung seien jedoch nicht nur bauliche, sondern auch soziale Prozesse innerhalb einer Dorfgemeinschaft und erforderten eine breite Bürgerbeteiligung, ergänzte Michael Busch von der ASG

Ein besonderes Augenmerk sei auf die Immobilien der Kirchen zu legen, denn, "wir (Kirchen) sind im wahrsten Sinne des Wortes steinreich", erläuterte Barbara Siebert von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Beide großen Amtskirchen haben in Deutschland zusammen 45.000 sakrale Gebäude – da sind die Pfarrhäuser oder ähnliche Gebäude noch nicht mitgezählt. Viele dieser Immobilien werden in naher Zukunft funktionslos, gleichzeitig bieten sie ein großes Potenzial für Neues.

Was bedeutet Wohnen auf dem Land?

"Wir sprechen über Menschen!", war eine der zentralen Aussagen von Professorin Dr. Annett Steinführer vom Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen. Sie ging unter dem Titel "Wohn(t)raum Land? Materielle Rahmenbedingungen und subjektive Aspekte ländlichen Wohnens" der Frage nach: Was bedeutet Wohnen auf dem Land? Ihre Keynote zeigte eindringlich, dass man sehr genau hinschauen muss, wenn es um die Frage geht, warum Menschen auf dem Land leben, dorthin ziehen oder nach der Ausbildungsphase zurückkehren.

Festhalten lässt sich die einfache Rechnung: Wohnungsnot hier, leerstehende Gebäude dort ist auch deshalb nicht so einfach, weil die Motive, auf das Land zu ziehen, vielschichtig sind und auch der unmittelbar verfügbare Bestand nicht immer dem Bedarf entspricht.

Wie funktioniert es konkret in der Praxis?

Unter dem Motto "Umbau statt Abriss und keine Angst vor alten Häusern" zeigen drei Projekte, wie es gelingen kann, bestehende Gebäude mit neuem Leben zu füllen. 

Aus Alt mach Neu, kreative Ideen sind gefragt – Gruppenarbeit mit KI

Ob ehemals landwirtschaftlich oder gewerblich genutzt oder als Wohngebäude erbaut – für nicht mehr benötigte Gebäude braucht es zukunftsfähige Ideen und Konzepte. In einer Gruppenarbeit entwickelten die Teilnehmenden aus dem Stegreif und spielerisch Nutzungsideen für leerstehende Gebäude. Sie überlegten, wie sich diese Gebäude für Dorf und Gemeinschaft wieder attraktiv beleben lassen. Mit den gesammelten Begriffen fütterten sie eine bildgebende KI, die ihre Ideen dann für die abschließende Präsentation visualisiert hat.

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