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Online-Veranstaltung am 10. Februar 2026
Programm (PDF, 112 KB)

Frauen haben eine bedeutende Rolle in der Gestaltung der Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen – sie übernehmen nicht allein familiäre Pflege- und Sorgearbeiten, sondern sind Gestalterinnen lokaler Entwicklungsprozesse. Ihre Perspektiven und Bedürfnisse werden in Beteiligungs- und Entscheidungsprozessen jedoch nicht ausreichend berücksichtigt.
Der Onlineworkshop “Gleichstellung von Frauen in ländlichen Räumen: Was kann Regionalentwicklung beitragen?” stellte daher weibliche Perspektiven auf ländliche Räume in den Mittelpunkt. Ausgehend von den eigenen Erfahrungen sowie anhand von Impulsvorträgen aus Forschung und Praxis diskutierten mehr als 130 Teilnehmende darüber, wie die Selbstwirksamkeit von Frauen auf dem Land gestärkt werden und eine geschlechtergerechte ländliche Entwicklung aussehen kann.
Zu Beginn der Veranstaltung skizzierte Petra Raue (Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen) die Herausforderungen und Perspektiven der Gleichstellung in ländlichen Räumen. Auch sie unterstrich die Notwendigkeit, die Interessen von Frauen explizit in der ländlichen Entwicklung zu berücksichtigen. Ihr Blick richtete sich hierbei auch auf LEADER. Viele Bundesländer hätten Empfehlungen oder Quoten für einen höheren Frauenanteil in den Lokalen Aktionsgruppen (LAGs) eingeführt, was Wirkung zeige: Der Anteil weiblicher LAG-Mitglieder sei im Vergleich zu Bundesländern ohne solche Regelungen deutlich gestiegen.
Wie sich die Gleichstellung von Frauen darüber hinaus im LEADER-Prozess verankern lässt, zeigt ein Leitfaden, den Heide Cortolezis im Auftrag der österreichischen LEADER-Vernetzungsstelle vorstellte. Dabei wurde deutlich: Gleichstellungsziele sollten stets mit konkreten Umsetzungsfragen zusammengedacht werden – und zwar von der Entwicklungsstrategie bis zur Projektebene.
Anna Drosdowska und Lisa Mindthoff von der Initiative „Wir sind Fella“ warben zudem dafür, sichtbarer zu machen, mit wieviel Engagement und Tatkraft, Frauen die ländlichen Räume gestalten. Es brauche jedoch auch Unterstützungsangebote, um selbstwirksames Handeln nachhaltig erleben und Erfahrungen teilen zu können. Der Aufbau lokaler Frauennetzwerke und geschützter Räume des Austausches könnten hierfür erste Bausteine sein.

Die Veranstaltung zeigte deutlich, dass Gleichstellung als strategisches Instrument für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung von Regionen zu verstehen ist. Dennoch besteht oftmals noch eine Diskrepanz zwischen strategischen Zielen auf dem Papier und der erlebten Geschlechtergerechtigkeit im Alltag. Dies wurde zum einen in den Erfahrungen sichtbar, die die Teilnehmenden im Vorfeld der Veranstaltung teilen konnten. Zum anderen bestätigten dies auch in den Diskussionen, die die Teilnehmenden während des Workshops in Kleingruppen führten. Gleichwohl gab es auch viele Ideen, wie der LEADER-Prozess und die Arbeit in der Regionalentwicklung geschlechtergerechter gestaltet werden könnte.