Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Bild: IgersWein e. V.
08.07.2026
IgersWein e.V.
ja
Gesamtbudget: 76,847.58
März 2016 bis Juli 2017
Der Verein "IgersWein" wurde gegründet, um die historische Weinbautradition in der Gemeinde Igersheim wiederzubeleben und Menschen aller Generationen dazu anzuregen, sich mit ihrer Kulturlandschaft auseinanderzusetzen. Aufgrund struktureller Veränderungen waren die Weinberge und vor allem die traditionsreiche Weinkultur in Igersheim fast verschwunden. Doch im Jahr 2017 wurde mit Unterstützung durch LEADER-Fördermittel ein Gemeinschaftsweinberg mit rund 2.200 Rebstöcken auf 0,6 Hektar angelegt, der nun gemeinsam von Freiwilligen bewirtschaftet wird.
Das Projekt verbindet landwirtschaftliche Praxis, Umweltbildung und ehrenamtliches Engagement und stärkt die regionale Identität. Mitglieder und Anwohner beteiligen sich aktiv an der Weinbergpflege, dem Rebschnitt, der Laubarbeit, der Lese und der Vermarktung des Weins. Darüber hinaus organisiert der Verein Weinverkostungen, öffentliche Veranstaltungen und Bildungsangebote, die das Gemeinschaftsleben stärken und Besucher in die Region locken.
IgersWein zeigt, wie traditionelle Kulturlandschaften durch ehrenamtliches Engagement erhalten und gleichzeitig neue Formen der Teilhabe im ländlichen Raum geschaffen werden können. Heute dient der Gemeinschaftsweinberg als Treffpunkt, als Lernort für Kinder und Jugendliche sowie als Identitätsquelle sowohl für die Gemeinde als auch für die gesamte Region.
Der Weinbau prägte Igersheim über Jahrhunderte hinweg, verschwand jedoch aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft fast vollständig. Gleichzeitig verloren viele ländliche Gemeinden traditionelle Treffpunkte und Gemeinschaftsprojekte, die Identität und sozialen Zusammenhalt schufen.
Vor diesem Hintergrund entstand die Idee eines Gemeinschaftsweinguts, das kulturelles Erbe, ehrenamtliches Engagement und bürgerschaftliches Engagement miteinander verbindet. Ziel war es, den Weinbau nicht als individuelle unternehmerische Tätigkeit, sondern als gemeinschaftlich getragene Initiative neu zu denken.
Das Projekt geht mehrere Herausforderungen des ländlichen Raums gleichzeitig an: den Verlust kultureller Identität, den Rückgang ehrenamtlicher Strukturen, geringere Möglichkeiten für den generationsübergreifenden Austausch und die wachsende Distanz zwischen den Bürgern und der landwirtschaftlichen Produktion.
Heute engagieren sich mehr als 50 Mitglieder im Verein, von denen sich rund 40 aktiv im Weinberg beteiligen. Der Gemeinschaftsweinberg ist zu einem sichtbaren Symbol für Tradition, Solidarität, lokale Initiative und regionale Identität geworden.
Die Innovation liegt nicht im Weinbau selbst, sondern in der Übertragung des Modells der Genossenschaftsgemeinschaft auf die Erhaltung einer historischen Kulturlandschaft. Landwirtschaftliche Produktion, ehrenamtliches Engagement, Umweltbildung, Tourismus und gesellschaftliche Teilhabe werden in einer einzigen Initiative vereint.
Darüber hinaus dient der Weinberg als lebendes Labor für klimaresistente Anbaumethoden. Der ausschließliche Anbau pilzresistenter Rebsorten sowie geplante Demonstrationsversuche zu Biokohle, Humusbildung und biologischen Bodenaktivatoren ermöglichen die Erprobung innovativer Ansätze zur Anpassung des Weinbaus an Dürre und Klimawandel.
Das Projekt hat sich über einen Weinberg hinaus zu einem multifunktionalen ländlichen Gemeinschaftszentrum entwickelt. Mit dem Bau der "Remise Rebenblick" entstand ein neuer öffentlicher Treffpunkt, der Tourismus, Bildung, ehrenamtliches Engagement und lokale Identität an einem Ort vereint.