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Energiesystemstudie für die Wirtschaftsregion Deltaland unter besonderer Berücksichtigung der Lage am geplanten nationalen Wasserstoffkernnetz und von Fragen der Sektorkopplung

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Stand:

01.09.2025

Kontakt:

Samtgemeinde Ahlden für das A.L.T. in Kooperation mit der Vogelparkregion

Kooperationsprojekt

Art der Kooperation:

  • gebietsübergreifende Kooperation

ELER-Förderung:

ja

Finanzierung:

  • Gesamtausgaben (mit Umsatzsteuer) für einen Dienstleistungsauftrag an ein Fachbüro zur Erstellung einer strukturierten Fachstudie: 200.000 €
  • Ko-Finanzierung durch 5 Kommunen aus der Region: 40.000 €
  • LEADER-Förderung gesamt: 160.000 € (je 80.000 €)

Laufzeit:

Januar 2025 bis Dezember 2025

Themen:

  • Erneuerbare Energien
    • Wasserkraft
  • Förderung regionaler Wirtschaft
  • Innovation
    • Prozessinnovation (nicht produktbezogen)
  • Klimawandel
    • Anpassung an den Klimawandel

Förderperiode:

  • ELER 2022 - 2027

Beschreibung

Zusammenfassung:

Die Pläne der Bundesnetzagentur sehen vor, dass Teile des deutschlandweiten Wasserstoffkernnetzes auch in den beiden LEADER-Regionen "Vogelpark" und "Aller-Leine-Tal" realisiert werden sollen (geplante Projekte Hyperlink 2 und 6).

Diese Pläne sind Anlass für die heimische Wirtschaft und die kommunalen Verwaltungsspitzen darüber nachzudenken, inwieweit die Region von den Chancen der Wasserstoffwirtschaft und der erneuerbaren Energien infrastrukturell und wirtschaftlich profitieren kann – sowohl durch die Ausspeisung, gegebenenfalls aber auch durch die Erzeugung von grünem Wasserstoff.

Ergänzend zur Wasserstoffthematik besteht die Frage, welche Chancen sich angesichts des kontinuierlichen Zubaus von erneuerbaren Energien in den Bereichen Sektorkopplung, regionale Wertschöpfung und Dekarbonisierung ergeben können.

Um sich diesen Aspekten zu widmen und um die gemeinsame Wirtschaftsregion in energetischer Hinsicht einmal aus neutraler, externer Fachperspektive betrachten zu lassen, haben sich die Städte Walsrode und Bad Fallingbostel sowie die Samtgemeinden Ahlden, Rethem (Aller) und Schwarmstedt in einem Kooperationsprojekt der beiden LEADER-Regionen "Vogelpark" und "Aller-Leine-Tal" zusammengetan. Durch diese Gemeinschaftsinitiative konnte eine LEADER-Förderung in Höhe von rund 160.000 € eingeworben werden.

Ausgangssituation:

Nach den Planungen der FNB-Gas e. V. wird eine Erdgastransportleitung der Nowega, welche das Stadtgebiet Walsrode sowie die Samtgemeinden Ahlden und Schwarmstedt im Aller-Leine-Tal durchquert – ab circa 2029 zu einer Wasserstofftransportleitung umgewidmet. Zudem ist auf der West-Ost-Achse ("443 Luttum-Edesbüttel") ein noch nicht im Detail trassierter Wasserstoffleitungs-Neubau seitens der GasUnie geplant, welcher über eine hohe Kapazität verfügen und nach ersten Skizzen unter anderem auch durch den südlichen Heidekreis führen soll.

Es stellt sich somit die Frage, inwieweit die gemeinsame Wirtschaftsregion Deltaland im südlichen Heidekreis hiervon infrastrukturell und wirtschaftlich profitieren kann, insbesondere durch die Ausspeisung oder die Einspeisung von grünem Wasserstoff. Vor allem im Interesse der Betriebe des Industrieparks in Bomlitz, der Lebensmittelindustrie in Bad Fallingbostel sowie größerer Betriebe am Standort Hodenhagen gilt es zu prüfen, ob und wie ein Anschluss an die Wasserstoffleitung hergestellt werden kann. Dazu gibt es über die Wirtschaftsförderung Deltaland und die Energieagentur Heidekreis bereits einen vorbereitenden Dialog mit den führenden Industrieunternehmen der Region und den Gasnetzbetreibern.

Ebenso haben die anliegenden Kommunen sowie die Avacon und die Stadtwerke Böhmetal als regionale Netzbetreiber Interesse bekundet, die sich durch die Wasserstoffleitung regional bietenden Möglichkeiten untersuchen zu lassen. Sowohl für die in dieser Frage zusammenarbeitende Industrie als auch für die Kommunen ist es darüber hinaus von Interesse, die sich angesichts des weiteren Zubaus regenerativer Energien anbietenden Chancen in den Bereichen Sektorkopplung, regionale Wertschöpfung und Dekarbonisierung näher zu betrachten.

Dies betrifft nicht zuletzt auch die Frage, inwieweit bestehende und neu zu planende Industrie-/ Gewerbegebiete entlang des Trassenverlaufskünftig CO2-neutral mit Energie versorgt werden können. Zu untersuchen ist auch, welche Möglichkeiten sich durch besondere infrastrukturelle Gegebenheiten wie die Nähe zum Tanklager Hademstorf oder die Lage an der Aller ergeben könnten (Wasserkraft).

Inhalt:

Geplant ist die Erstellung einer vornehmlich konzeptionellen Machbarkeitsstudie mit diversen Arbeitspaketen, die die vorgenannten Fragestellungen teilräumlich und inhaltlich strukturiert aufgreifen und beantworten. Die Anrainer-Kommunen der geplanten Wasserstoffleitung(en), die regionalen Industrievertreter und die Wirtschaftsförderung haben den detaillierten Katalog der zu bearbeitenden Fragestellungen im Laufe des Sommers 2024 zusammengestellt, so dass im Falle einer Bewilligung zum Jahreswechsel 24/25 Angebote von Dienstleistern eingeholt werden können und eine Beauftragung im 1. oder 2. Quartal 2025 erfolgen kann.

Aufgrund der gemeinsamen Betroffenheit soll das Projekt sowohl für den Kernbereich des Aller-Leine-Tals (Wirtschaftsstandort Hodenhagen/ Samtgemeinde Ahlden nebst anliegenden Bereichen der Samtgemeinden Schwarmstedt und Rethem/Aller) sowie für die Vogelparkregion (Schwerpunkt Industrieraum Walsrode-Bomlitz/Bad Fallingbostel) erstellt werden. Hierbei wird durch gegenseitige Abstimmung und gemeinsame Betreuung durch die Wirtschaftsförderung eine enge Kooperation und Kompatibilität der Arbeitsschritte und Ergebnisse sichergestellt.

Ebenso wird gewährleistet, dass die laufenden Arbeiten des Landkreises am Regionalen Raumordnungsprogramm (Wind) und - soweit einschlägig - der Kommunen und ihrer Dienstleister im Zuge der kommunalen Wärmeplanung Berücksichtigung finden, um Doppelarbeiten zu vermeiden und sich wo möglich gegenseitig zu befruchten.

Ziele:

  • Auslotung und Nutzbarmachung der sich regional- und energiewirtschaftlich bietenden Möglichkeiten durch die Lage des Aller-Leine-Tals und der Vogelparkregion am künftigen nationalen Wasserstoff-Kernnetz
  • Leistung eines Beitrages zur Dekarbonisierung der regionalen Industrie
  • Sondierung der Möglichkeiten zur Nutzbarmachung der Lage des Gewerbegebiets Hodenhagen-Nord direkt an der geplanten Wasserstoffleitung als Teil den nationalen Kernnetzes
  • Sondierung der Möglichkeiten zur Realisierung einer Direktanbindung (im Zuge der ausstehenden Detailtrassierung) oder des Baus einer Stichleitung zwischen dem Kernnetz im westlichen Stadtgebiet Walsrode und der Industrie in Bomlitz und Bad Fallingbostel
  • Auslotung der Möglichkeiten zur Nutzbarmachung der Lage künftiger geplanter Industrie- und Gewerbegebiete in den beteiligten Kommunen entlang der geplanten Wasserstoffleitung als Teil den nationalen Kernnetzes
  • Erhalt einer fundierten Argumentationsgrundlage gegenüber den Betreibern des Wasserstoff-Transportnetzes
  • Erhalt einer Grundlage zur Beurteilung des sonstigen zusätzlichen regionalen Energieinfrastrukturbedarfs im Zuge des Zubaus alternativer Energien (Wind, Sonne, gegebenenfalls Geothermie, gegenenfalls Wasserkraft) zur Hebung sich bietender Sektorkopplungspotenziale im A.L.T. und in der Vogelparkregion
  • Erarbeitung von Möglichkeiten zur CO2-neutralen Energieversorgung vorhandener und künftiger Industrie- und Gewerbegebiete in der Region
  • Optimierung des regionalen Energiesystems in Zeiten der Energiewende, um möglichst viel regionalen Nutzen zu ziehen

Besonderheiten:

Das Projekt verbindet die im weiten Teil gemeinsame Wirtschafts- und Energieregion in besonderem Maße. Gleich lautende Fragestellungen und Herausforderungen, die sich durch die Lage des Gesamtraums am künftigen Wasserstoffkernnetz sowie im Bereich der Sektorkopplung ergeben, werden gemeinsam bearbeitet.

Perspektiven:

Durch die Studie wird die Basis dafür gelegt, um im Rahmen der Energiewende an verschiedenen Orten der Region innovative Folgeprojekte realisieren zu können, was auch auf die Themen regionaler Klimaschutz und Erhöhung der Wertschöpfung vor Ort einzahlt. Es wird die Vernetzung von zwei Leader-Regionen ebenso gefördert wie eine nachhaltige, langfristige Kooperation an der Schnittstelle von regionalen Wirtschaftsunternehmen, Kommunen und Netzbetreibern.

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