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Solarpotenzialkataster für Dach- und Freiflächen (Edewecht)

Stand:

31.07.2025

Kontakt:

Gemeinde Edewecht

Weitere Partner:

Es handelt sich nicht um ein klassisches Kooperationsprojekt. Jedoch ist das Solarpotenzialkataster in zwei Gemeinden (Bad Zwischenahn und Edewecht) gefördert worden.

ELER-Förderung:

ja

Finanzierung:

  • Projektkosten insgesamt ca. 18.000 €
  • Förderung über LEADER: ca. 9.000 €

Laufzeit:

31. August 2021 bis 31. Mai 2022

Themen:

  • Bildung, Beratung und Information
    • Informationsplattformen
  • Erneuerbare Energien
    • dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien
  • Förderung regionaler Wirtschaft
  • Gesellschaft und Soziales
    • Bürgerbeteiligungsprozesse
  • Klimawandel

Förderperiode:

  • ELER 2022 - 2027

Beschreibung

Zusammenfassung:

Um den Ausbau von Solarenergie im Gemeidegebiet zu beschleunigen und gleichzeitig im Einklang mit den vielfältigen Anforderungen der Kommune sowie den Menschen vor Ort zu steuern, hat die Gemeinde Edewecht sowohl 1) ein öffentliches Solardachkataster für Dachflächen als auch 2) ein Freiflächensolarkaster erstellen lassen.

Über das 1) Solardachkataster erhalten Hauseigentümer, Gewerbetreibenede sowie die Kommunalverwaltung die Möglichkeit, einfach und unabhängig das Potential für eine Solardachanlage zu bewerten. Gleichzeitig ist ein Planungs- und Wirtschaftlichkeitsrechner integriert.

Das 2) Freiflächen-Solarkataster soll einen zügigen, aber kontrollierten Zubau von Freiflächenphotovoltaikanlagen (PV-FFA) im Gemeindegebiet ermöglichen. Es versetzt die Kommunalverwaltung in die Lage, geeignete und verträgliche Flächen zu identifizieren. Diese Flächen können planerisch eingeordet und neutral mit eigens entwickelten Kriterien bewertet werden. Auf dieser Grundlage kann die Gemeinde entweder selbst Projekte initiieren und ist sprachfähig bei externen Anfragen. Somit kann sie den Ausbau der PV-FFA u.a. im Sinne der Anliegen der Kommune sowie ihrer Bürgerinnen und Bürger, des Tourismus als auch des Naturschutzes steuern.

Ausgangssituation:

Der Anteil an eigenem und erneuerbar erzeugtem Strom in Edewecht lag zu Beginn des Projektes (Basisjahr 2019) bei rund 27% am gesamten Stromverbrauch. Dies ist für eine Gemeinde mit ländlichem Charakter und vielen Einfamilienhäuser sowie Gewerbe- und Freiflächen wenig. Mit dem Projekt möchte die Gemeinde Edewecht diesen Anteil erhöhen. Dazu braucht es innovative und einfache Systeme, um das Thema erneuerbare Energien jeden zugänglich zu machen und die Vorteile aufzuzeigen.

Gleichzeitig ist der Flächendruck, wie in vielen anderen ländlichen Gemeinden, hoch: In der Gemeindeverwaltung gingen immer mehr Projektiereranfragen zum Ausbau von PV-FFA ein. Daher bedurfte es einer Planungsgrundlage, um den Ausbau der PV-FFA im Sinne der Kommune, ihrer Bürgerinnen und Bürger, der Belange des Tourismus sowie des Naturschutzes zu steuern.

Inhalt:

Solaranlagen können auf Gebäuden und auf Freiflächen errichtet werden. Um die Potenziale für beide Anwendungsgebiete zu identifizieren und die Umsetzung zu beschleunigen, sind zwei verschiedene Potenzialkataster erstellt worden:

1. Solardachkataster

Ein öffentliches und unabhängiges Solardachkataster ermöglicht es, den Besitzern aber auch den Bewohnern und Nutzern einer Immobilie sowie der Verwaltung, auf einfache Weise das Potential für eine Solaranlage auf den Dachflächen des jeweiligen Gebäudes zu erkennen und zu bewerten. Das Kataster ist ein Instrument, mit dem die solare Strahlungsintensität, die Neigung und Ausrichtung sowie die Verschattung aller Dachflächen eines Gemeindegebietes automatisiert ausgewertet werden. Das Ergebnis ist über eine Online-Karte frei zugänglich.

Mit einem ebenso angebotenen Wirtschaftlichkeitsrechner kann die eine potenzielle Solaranlage auch individuell auf die Bedürfnisse des Nutzers ausgelegt werden, z.B. hinsichtlich des Energieverbrauchs, der typischen Hauptnutzungszeiten von Strom oder ob ein Elektroauto oder ein Batteriespeicher vorgesehen ist. Auf diese Weise erhalten Nutzer nicht nur eine erste valide Einschätzung, ob das eigene Dach für eine Solaranlage geeignet ist, sondern auch mit welchen Investitionskosten bzw. Einnahmen in etwa zu rechnen ist.

Erfarhungsgemäß werden dadurch viele Bürgerinnen und Bürger oder Immobilienbesitzer angesprochen, die seit langem die Installation einer PV-Anlage erwägen, aber nicht von einem wirtschaftlichen Potenzial ausgehen. Denn die klassische, garantierte Einspeisevergütung einer PV-Anlage durch das EEG wurde durch den Gesetzgeber stark reduziert. Doch eine Optimierung der Anlage auf einen möglichst hohen Eigenverbrauch führt in vielen Fällen zu einer wirtschaftlich sinnvollen Betrieb und leistet dadruch einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Daher sollten Bürgerinnen und Bürger durch eine gezielte Kommunikation auf das Solardachkataster und den Rechner angesprochen werden.

2. Freiflächen-Solarkataster

Um den planungsrechtlichen Umgang mit Projektiereranfragen zu PV-FFA besser zu handhaben und das Erneuerbare Energien-Potenzial auf Gemeindeflächen zur klimaneutralen Stromerzeugung abschätzen zu können, wurde mittels LEADER-Fördermitteln im Jahr 2021, neben einem Solardachkataster die Freiflächen-Solaranalyse begonnen. Die Analyse basiert auf raumordnerischen Belangen und Ausschlusskriterien, Gesetzesgrundlagen sowie Annahmen der Gemeinde, die im Austausch mit der Verwaltungsspitze und Ratsgremien, dem Landkreis und landwirtschaftlichen Verbänden getroffen wurden.

Auf einer Karte sind sogenannte PV-FFA Energiecluster entstanden, die sich für den Zubau eignen. Die Cluster sind so groß, dass der Strombedarf der Gemeinde zusammen mit anderen Energieträgern bis zum Jahr 2030 mindestens gedeckt ist. Im Juni 2023 ist die Analyse und Karte final im politischen Fachausschuss freigegeben worden.

Mit der informellen Planungsgrundlage für die Verwaltung und dem Kriterienkatalog können eingehende Projektiereranfragen bewertet werden, die nicht durch die Kartierungen der Freiflächen-Solaranalyse erfasst werden. Dazu gehören beispielsweise der zu erbringende Nachweis einer agrarstrukturellen Unbedenklichkeit des Vorhabens über ein Fachgutachten. Hierdurch soll verhindert werden, dass der Fortbestand landwirtschaftlicher Betriebe durch einen übermäßigen (Pacht)-Flächenentzug bzw. steigende Pachtpreise gefährdet wird. Zudem soll die Anlage landschaftsverträgliche eingebunden werden und weiterer Ziele wie z.B. eine biodiversitätsfördernde Gestaltung der Anlage und/oder die Reduktion von Treibhausgasemissionen aus kohlenstoffhaltigen Böden durch eine Vernässung der Fläche berücksichtigt werden.

Beide Dokumente wurden mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Ammerland und landwirtschaftlichen Verbänden erörtert, sodass spätere und für die Planung nachteilige Aspekte bereits im Vorfeld geklärt wurden. Die Bürgerschaft der Gemeinde kann von regionalem Strom profitieren, da sie sich z.B. über Bürgerenergiegenossenschaften oder über finanzielle Anteilsscheine an dem Projekt beteiligen kann.

Ziele:

Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien im Gemeindegebiet, insbesondere Photovoltaik und Solarthermie im Gemeindegebiet durch:

  • Identifikation von Potentialen für Dachflächen- und Freiflächen für Solarenergie
  • Sensibilisierung der Einwohner und Einwohnerinnen sowie Gewerbetreibende für das Thema "Solarenergie"
  • (Flächen-)konfliktlösung und Machbarkeitsprüfung von PV-Freiflächenanlagen

Besonderheiten:

Aus dem Solakatataster für Freiflächen PV hat die Gemeinde ein konkretes Zubauziel für entsprechende Freiflächensolaranlagen abgeleitet, mit dem bis 2030 bilanziell eine Versorgung des Gemeindegebietes zu 100 % aus lokal erzeugtem erneuerbarem Strom erreicht werden kann.

Perspektiven:

Das Kataster wurde im Jahr 2023 überarbeitet und bildet nunmehr den gesamten Landkreis Ammerland ab. (Das Kataster des Landkreises ist nur für Dachflächen nutzbar.)

Das Freiflächen-Kataster sowie der damit verbundene Umgang mit Projektanträgen hat sich sehr bewährt. Das Zubauziel von rund 53 ha Freiflächen-PV wird voraussichtlich bis zum Jahr 2026 erreicht und die ökologische Qualität der realisierten Solarparks ist überdurchschnittlich hoch.  

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