Rheinland-Pfalz

WEGE - Wandel erfolgreich gestalten! Change Management im Einsatz in ländlichen Kommunen

Plakat mit den Handlungsfeldern des WEGE-Projekts

Bild: Verbandsgemeindeverwaltung Daun

Stand:

24.04.2012

Kontakt:

Verbandsgemeindeverwaltung Daun
Leopoldstraße 29
54550 Daun
Gerlinde Helten (Projektträger)
Telefon: 0 65 92 / 939 - 207
E-Mail: gerlinde.helten@vgv.daun.de

ELER-Förderung:

ja

Finanzierung:

Die Bruttogesamtausgaben belaufen sich auf 280.000,00 EUR. Die Umsatzsteuer ist nicht zuwendungsfähig. Bei einem Zusschussprozentsatz in Höhe von 55 % zu den zuwendungsfähigen Nettogesamtausgaben in Höhe von 235.394,00 EUR errechnet sich ein Gesamtzuschuss in Höhe von 129.400,00 EUR. Die verbleibenden Kosten in Höhe von 150.600,00 EUR werden als Eigenanteil durch die Verbandsgemeinde Daun getragen.

Laufzeit:

10.03.2010 bis 31.03.2014

Themen:

  • Demografischer Wandel
    • Anpassung
    • Gegensteuern
  • Gesellschaft und Soziales
    • Bürgerbeteiligungsprozesse

Förderperiode:

  • ELER 2007 - 2013

Beschreibung

Zusammenfassung:

Mit dem Prozess WEGE - welcher sich vor allem als Bewusstseinsbildungs- und Strategieentwicklungsprozess darstellt - verfolgt die Verbandsgemeinde Daun das Ziel, dem demografischen Wandel entgegen zu wirken. Aus dem Prozess heraus haben sich die zwölf Handlungsfelder entwickelt:

  • bekanntlich gut
  • hat Energie
  • vor allem gesund
  • beliebt bei Gästen
  • mehr Raum für Kinder, Jugendliche, Senioren und Familien
  • erreichbar versorgt
  • Dorfinnentwicklung hat Vorrang
  • altersgerechte Dörfer
  • engagiert
  • wir unternehmen was
  • landschaftlich einzigartig
  • WEGE - Wandel erfolgreich gestalten

Mit diesen Handlungsfeldern werden alle vom demografischen Wandel betroffenen Bereiche angegangen. Hier ist insbesondere auf die Wechselwirkungen hinzuweisen, da der Prozess WEGE ganzheitlich gestaltet ist und es zwischen allen Handlungsfeldern Wechselwirkungen gibt.

Ausgangssituation:

Wie viele andere ländliche Kommunen und Regionen steht auch die Verbandsgemeinde Daun aktuell vor der Frage, wie sie auf den gesellschaftlichen, insbesondere den demografischen Wandel, reagieren kann. Daher wurde im September 2008 die Initialzündung durch die Führungsspitze der Verbandsgemeindeverwaltung Daun in einem zweitägigen Workshop mit dem Thema demografischer Wandel, seinen Auswirkungen und den Wechselwirkungen auf die kommunalen Tätigkeitsbereiche gestartet. Es wurde deutlich, dass ein enormer Handlungsdruck besteht. Hieraus entstand die zweijährige Entwicklungsphase des Prozesses WEGE - Wandel erfolgreich gestalten! Change Management im Einsatz in ländlichen Kommunen. Dieser Phase schloss sich im März 2010 der Start des Leader-Prozesses WEGE an.

Inhalt:

Der Prozess WEGE geht die ländliche Strukturentwicklung ganzheitlich an und setzt auf eine strategische Umsteuerung unter Berücksichtigung des demografischen Wandels. Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind vielfältig. Nahezu alle politischen Bereiche sind hiervon berührt und stehen wiederum miteinander in Wechselwirkungen.

Hierfür muss zunächst auf allen Ebenen ein Bewusstsein geschaffen werden, um dann gemeinsam Ansätze für die Zukunft zu entwickeln. So wurde z. B. Ende des Jahres 2010 eine WEGE-Resolution vom Verbandsgemeinderat verabschiedet, welche beinhaltet, dass der Verbandsgemeinderat sein gesamtes Handeln zukünftig den Erfordernissen des gesellschaftlichen, insbesondere des demografischen Wandels, anpasst. Hierzu wurden zehn Leitsätze verabschiedet.

Um die Bevölkerung breitflächig einzubinden wurde zu Beginn des Projekts eine WEGE-Konferenz veranstaltet, wo alle Bürgerinnen und Bürger aufgerüttelt und auf den demografischen Wandel und seine Folgen aufmerksam gemacht wurden. Es folgten weitere teilräumliche WEGE-vor-Ort-Veranstaltungen, in welchen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, kommunalpolitischen Vertretern, Vertretern von Vereinen und sonstigen in den Ortsgemeinden, der Stadt Daun und den Stadtteilen Aktiven teilräumliche Strategien zur Bewältigung der Auswirkungen des demografischen Wandels erarbeitet wurden. Im Anschluss hieran wurden diese Details in die Strategie für die Verbandsgemeinde Daun zusammengefasst.

Das Themenjahr 2011 behandelte das Handlungsfeld Altersgerechte Dörfer. Hierzu fanden vier AusWEGE-Veranstaltungen statt, welche sich mit der Materie altersgerechte Dörfer beschäftigte und jeweils mit externen Referenten bestückt waren, um anhand deren Beispielen zu lernen. Hieraus entwickelte sich z.B. die Gründung des Vereins Bürger für Bürger e.V. (in Vorbereitung). Ziel des Vereins soll u.a. sein, den Bürgerinnen und Bürgern Hilfestellungen im täglichen Leben anzubieten (z. B. älteren Bewohnern Hilfe beim Schnee räumen, Rasen mähen, Arztbesuchen etc. zu geben). Die Erbringung der Leistungen soll auf der Basis eines bezahlbaren Entgelts erfolgen. Der Verein stellt keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten dar.

Das Themenjahr 2012 behandelt das Handlungsfeld Energie. Betreffend dessen haben bereits zwei WEGE-Zirkel mit Experten zu dem Inhalt stattgefunden. Weitere Veranstaltungen werden sich über das Jahr verteilt anschließen.

Ziele:

Die Zukunft auf dem Land gemeinsam lebenswert gestalten und neue Ansätze zum Umgang mit dem demografischen Wandel suchen - das sind Ziele des Prozesses WEGE. Um dies zu gewährleisten wurde z. B. die demografiesensible Entwicklungsstrategie für die Verbandsgemeinde Daun und ihre Ortsgemeinden erarbeitet. Die Entwicklungsstrategie beinhaltet ebenfalls die zwölf Handlungsfelder des WEGE-Prozesses und wird sukzessive umgesetzt. Hierzu sind Aktivitäten der Ortsgemeinden, der Stadt und der Stadtteile ebenso notwendig wie verbandsgemeindeweite Projekte.

Mittlerweile schlägt der WEGE-Prozess sich bereits in einem veränderten Verwaltungshandeln nieder. Demografie und ihre Wechselwirkungen werden heute in der Verwaltung viel stärker und immer selbstverständlicher berücksichtigt.

Der Prozess WEGE verfolgt weiter das Ziel, die vielfältigen geplanten und begonnenen Projekte und Initiativen zu begleiten und zu unterstützen. All diese Positionen laufen unter dem Dach des WEGE-Prozesses.

Besonderheiten:

Der Einsatz der WEGE-Botschafter, welche ehrenamtlich arbeiten und vor Ort beraten bzw. verstärkt in den Ortsgemeinden für den demografischen Wandel sensibilisieren, ist eine unverzichtbare Unterstützung im gesamten WEGE-Prozess.

Weiterhin wurde in der Verbandsgemeindeverwaltung Daun ein WEGE-Büro installiert, welches den Ortsgemeinden sowie allen Projektakteuren und Interessierten als Ansprechpartner zur Seite steht.

Mit der Etablierung der ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten in den Ortsgemeinden, der Stadt und den Stadtteilen stehen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Seniorinnen und Senioren in den einzelnen Orten zur Verfügung, welche die bestehenden Angebote und Aktivitäten für und von Senioreninnen und Senioren bündeln, bei Bedarf noch besser bekannt machen und auch entsprechend den Bedarf vor Ort weiterentwickeln und neue Angebote aufbauen.

Die Verbandsgemeinde Daun setzt auf eine visionäre Regionalentwicklung. Der Prozess WEGE bezieht sich auf ein ganzheitliches Denken und Handeln. Der WEGE-Prozess überträgt den bislang aus dem Untnenehmensbereich bekannten Ansatz des Veränderungsmanagements auf ländliche Entwicklungsprozesse. Der Ansatz des Change Managements mit den acht Schritten wurde integriert. Diese Schritte beruhen auf der Erkenntnis, dass Daten und Analysen Menschen weniger dazu bewegen, sich und ihr Umfeld zu verändern, als überzeugende Erfahrungen. Gefühle übertrumpfen oft das Denken. Ein Veränderungsprozess darf sich somit in einem Unternehmen nicht auf die Führungsspitze beschränken, sondern muss die Mitarbeiter mit einbeziehen. Mitarbeiter des WEGE-Prozesses sind alle Bürger, Institutionen, Unternehmen und Akteure.

Der WEGE-Prozess als Bewusstseins- und Strategieentwicklungsprozess beinhaltet die Vision: In der Verbandsgemeinde Daun leben - in einer gesunden Welt zu Hause. Dem liegt ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis zugrunde, das die physische, seelische, geistige, ökologische und soziale Gesundheit umfasst. Diese Vision stellt die strategische Grundausrichtung der Verbandsgemeinde Daun in der ländlichen Strukturentwicklung dar. Auch die Vision wird ganzheitlich umgesetzt. Der visionäre Ansatz beruht auf der Beschäftigung mit der Situation vor Ort, der Region, also der Verbandsgemeinde Daun.

Um die Vision umzusetzen ist die Kommunikationsarbeit - die sogenannte Sprache des Wandels bzw. die Visionssprache - ein enorm wichtiger Punkt. Diese Sprache wird derzeit entwickelt und ist wertebasiert, ehrlich, positiv, sinngebend und emotional. Diese Sprache ist auch ganzheitlich zu sehen, d. h. sie soll von allen Beteiligten gesprochen werden.  

Perspektiven:

Es ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass Veränderungsprozesse nicht kurzfristig und zum Nulltarif gestaltbar sind. Veränderungsprozesse binden Ressourcen. Nur mit einer starken Verankerung und unter Bereitstellung von Personal- und Sachressourcen kann ein Prozess zum Bewusstseinswandel gestaltet werden. Dieser ganzheitliche ländliche Veränderungsprozess stellt einen langfristigen Prozess dar. Da es sich um einen Prozess und nicht um ein Projekt handelt, ist die zeitliche Schiene nicht eingrenzbar. An dem Prozess muss ständig weiter gearbeitet werden. Die Nachhaltigkeit ist somit gegeben, was sich für die Verbandsgemeinde Daun sehr positiv auswirken wird.

Mit dem WEGE-Projekt stehen zahlreiche weitere Projekte in Verbindung:

  • Meine gesunde Kita
  • My Daun - Kinder- und Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde Daun
  • DIE - Förderung der Dorfinnenentwicklung
  • MORO - Erarbeitung einer Regionalstrategie Daseinsvorsorge für die Verbandsgemeinde Daun
  • Wanderwege III. Ordnung
  • GesundLand Vulkaneifel (Kooperationsprojekt der drei Verbandsgemeinden Daun, Manderscheid und Ulmen)
  • Gillenfeld: 235 gute Gründe für das Leben und Arbeiten im Dorf: Ortskernstrategie Innenentwicklung
  • Meisburg: Leben im Alter in Meisburg (Studie zum altersgerechten Dorfumbau)
  • Ellscheid: Innenentwicklung

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