Rheinland-Pfalz

Kulturlandschaftsprojekt Heil- & Gewürzkräuter im Weinbaugebiet Mosel: Lavendelanbau auf Weinbergsdrieschen

Stand:

10.06.2014

Kontakt:

Verbandsgemeindeverwaltung Konz
Am Markt 11
54329 Konz
Erhard Holbach (LAG-Geschäftsstelle )
Telefon: 0 65 01 / 83 - 173
Fax: 0 65 01 / 83 - 107
E-Mail: erhard.holbach@konz.de

Weitere Partner:

Ausführendes Büro und Projektkoordination: Fa. GEOboden Dipl.-Geogr. Ralph Arens Ausoniusstr. 11 D-54329 Konz Tel.: +49 (0)6501 - 603 95 80 E-mail: info@Lavendel-Projekt.eu Lebenshilfe-Werkstatt Trier gGmbH (Außenstelle "Hofgut Serrig")

ELER-Förderung:

nein

Finanzierung:

ELER-Mittel der LEADER-Region Moselfranken: 70.950 EUR MORO-Mittel des BBSR: 40.000 EUR Mittel der Stiftung "Zukunft in Trier-Saarburg": 5.000 EUR Eigenmittel der Verbandsgemeinde Konz: 37.560 EUR Gesamtprojektkosten: 153.510 EUR

Laufzeit:

Juni 2009 bis Dezember 2014

Themen:

  • Landschaft
    • Landschaftspflege
  • Landwirtschaftliche Produkte
    • Produkte im Nonfood-Bereich
    • Produktion/Weiterverarbeitung

Förderperiode:

  • ELER 2007 - 2013

Beschreibung

Zusammenfassung:

Das Modellprojekt hat die Erforschung alternativer Landnutzungsformen und den Erhalt der Kulturlandschaft zum Ziel. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie werden brachgefallene Weinberge mit Lavendel bzw. Heilkräutern bepflanzt, bewirtschaftet und abgeerntet, um zu erforschen, ob und welche Nutzungsalternativen für Weinbergsdrieschen wirtschaftlich sind.

Ausgangssituation:

Im Bereich des Weinanbaugebiets Mosel ist im Zuge des agrarstrukturellen Wandels das Brachfallen von einigen Weinbergsflächen zu beobachten. Die so entstehenden Brachflächen und Drieschen beeinträchtigen das Landschaftsbild nachhaltig, was auch negativ für den Tourismus im Anbaugebiet ist.

Inhalt:

Das Pilotprojekt verfügt über fünf Parzellen an drei Lokationen (Niedermennig und Oberemmel im Konzer Tälchen und in Nittel an der Obermosel) mit einer Bruttoversuchsfläche von 0,52 ha. Die Standorte im Konzer Tälchen sind geprägt vom Devonschiefer und haben somit ganz andere geologische Verhältnisse als der vom Muschelkalk geprägte Standort an der Obermosel. Somit kann auch der Einfluss des Bodens auf die Lavendelpflanze untersucht werden.

Diese Flächen wurden im September 2012 mit ca. 1.000 Jungpflanzen bestückt.

Bereits im März 2010 wurde eine Agrarmeteorologische Messstation errichtet, mit der die meteorologischen Daten wissenschaftlich exakt dokumentiert weden können.

Die im Herbst 2013 und 2014 abgeernteten Lavendelpflanzen werden destilliert. Anschließend wird das destillierte Öl auf seine Qualität und Nutzbarkeit hin erprobt. Untersucht wird auch, welche Nutzanwendungen und konkrete Produkte (Öle, Seifen, ....) sich wirtschaftlich darstellen lassen.

Ziele:

Ziel des Kulturlandschaftsprojektes ist herauszufinden, ob eine nachhaltige Bepflanzung und Nutzung von brachgefallenen Weinbergsflächen mit Heil- und Gewürzpflanzen (insbesondere mit der Sonderkultur Lavendel) möglich ist.

Hierzu wird evaluiert, ob Lavendelpflanzen unter hiesigen klimatischen Bedingungen in größerer Stückzahl mehrjährig genutzt werden können und ob die Destillation eines Öls möglich ist, welches die Spezifikationen nach der International Organization for Standardization (ISO) erfüllt.

Neben der Erschließung neuer Märkte und Technologien sollen gleichzeitig das Landschaftsbild und die Lebensqualität verbessert werden.

Besonderheiten:

Als Partner für dieses Pilot-Projekt konnte die Lebenshilfe-Werkstatt Trier gGmbH (Außenstelle "Hofgut Serrig") gewonnen werden. Das Hofgut Serrig begleitet das Pilot-Projekt personell, in dem dessen behinderte Mitarbeiter die laufende Pflege der Versuchsflächen (u.a. Bodenbearbeitung, Jäten) durchführen.

Perspektiven:

Die erzielten Ergebnisse und Erkenntnisse dieses bisher (nach derzeitigem Kenntnisstand bundesweit) einmaligen Pilotprojektes werden für den Know-How-Transfer in andere (Freiflächen-) Gebiete aufbereitet und können von anderen Regionen adaptiert werden.

Dadurch kann die Wettbewerbsfähigkeit im Agrarsektor im Weinanbaugebiet Mosel und in weiteren Landesteilen potentiell erhöht werden (Diversifikation).

Vor dem Hintergrund der stetigen Klimaerwärmung können zunehmend Nutzpflanzen aus dem subtropischen Raum in mitteleuropäischen Gebieten angebaut bzw. genutzt werden (Erschließung zukünftiger Nutzungspotentiale z.B. durch Kiwis, Feigen, Lavendel).

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