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LEADER ist fast flächendeckend in ländlichen Räumen verankert und wirkt damit genau dort, wo die erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Der methodische Ansatz für die Regionalentwicklung bietet gute Instrumente, um die Beteiligung sowie finanzielle Teilhabe der Kommunen und ihrer Bürger zu stärken: Die konsequent regionale, akteursübergreifende und interkommunale Herangehensweise ist eine gute Voraussetzung, um die Energiewende im Sinne der Menschen vor Ort zu gestalten.
Im Folgenden finden Sie einige Beispiele, wie LEADER einen Beitrag zu einer von Kommunen und Bürgern getragenen Energiewende leisten kann.
Ein Kooperationsprojekt der LEADER-Regionen LAG Chiemgauer Seenplatte, LAG Regionales Entwicklungsforum Berchtesgadener Land, LAG LEADER Traun-Alz-Salzach, LAG Chiemgauer Alpen (Bayern)
Wie sieht ein geeigneter wirtschaftlicher Rahmen aus, um die Energiewende gemeinschaftlich im Sinne der Kommunen und ihrer Bürgerinnen und Bürger im Chiemgau und Ruppertiwinkel zu gestalten? Eine über LEADER finanzierte Machbarkeitsstudie bewertete und prüfte verschiedene Handlungsoptionen und schaffte die Entscheidungsgrundlage für die Gründung eines Regionalwerkes – einer Art Stadtwerk im ländlichen Raum.
Die Machbarkeitsstudie überzeugte und das Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel gKU wurde 2021 unter Beteiligung von anfangs 16 und mittlerweile 31 Gemeinden und Städten in den vier Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting und Rosenheim gegründet. Seitdem verfolgt es das Ziel, das Thema “Energie” wieder ein Stück weit in die Hand der Kommunen zu legen.

Ein Projekt der LEADER-Region LAG Märkische Seen (Brandenburg)
Der Ausbau erneuerbarer Energien auf Freiflächen gilt als eine zentrale Säule für die Energiewende und den Klimaschutz. In der Folge steigt der Ausbau kontinuierlich und Gemeinden sehen sich mit vielen Anfragen konforontiert.
Doch der Umgang mit Anfragen zu Windkraft- und Freiflächenphotovoltaikanlagen erfordert einiges an Fachwissen und Verantwortung. Hinzukommen meist komplexe Aushandlungsprozesse innerhalb der Gemeinden. Hier setzt das LEADER-Vorhaben der der LAG-Region Märkische Seen “Informations- und Sensibilisierungskonzept zum Thema Kommunikationsfähigkeit und Umgang in Konfliktsituationen für Gemeinden in der Region im Zusammenhang mit Planungen von erneuerbaren Energien” an.
Zentraler Bestandteil des Projektes ist es, Kommunalverwaltungen, Gemeindevertretungen sowie engagierte Anwohnerinner und Anwohner in diesem komplexen Themenfeld zu sensibilisieren und informieren. Dafür wurde basierend auf einer Umfrage eine Veranstaltungsreihe konzipiert. Entstanden ist ein Beratungsbaukasten, der online verfügbar ist.

Ein Kooperationsprojekt der LEADER-Regionen LAG Havelland e.V. und LAG Fläming-Havel (Brandenburg)
Erneuerbare Energien gewinnen in ländlichen Regionen zunehmend an Bedeutung, doch die lokalen Akteure profitieren bislang nur unzureichend von diesem Wandel.
Um dies zu ändern und die Wertschöpfung in der Region zu fördern, setzen die Lokalen Aktionsgruppen Havelland und Fläming-Havel gemeinsam das Projekt “Kommunale Photovoltaik-Potenziale für den Ausbau der Bürgerenergie” um.
Ziel des Projekts ist es, einen möglichst hohen Anteil an Wertschöpfung in den Regionen zu sichern. Die beiden Projektpartner sehen großes Potenzial in Initiativen, die von Bürgerinnen und Bürgern – etwa durch Energiegenossenschaften – oder von Kommunen getragen werden.

Ein Projekt der LEADER-Region RAG Holzland-Saale (Thüringen)
Aufbauend auf vielen Jahren Erfahrungen hat die LEADER-Region Saale-Holzland ein neutrales Beratungs- und Kümmerer-Team für erneuerbare Energien und Klimaschutz aufgebaut. Es hat die Aufgabe, Kommunen und auch Unternehmen bei der Initiierung und Umsetzung von komplexen Vorhaben beispielsweise im Bereich Abwärmenutzung, in der Nutzung von biogenen Reststoffen oder der Effizienzsteigerung von elektrischen Anlagen zu beraten und bei der Aquise von Drittmitteln zur Umsetzung konkreter Vorhaben unterstützen. Außerdem soll es Veranstaltungsformate zur Beteiligung und Aktivierung verschiedener Zielgruppen, aber auch zum Diskurs der Themen Klima, Energie und Klimafolgen anregen.
Ferner soll die Pflege, die Erweiterung und der Austausch in den bestehenden Netzwerken zum Thema erneuerbare Energien, Bioenergie, Klimaschutz und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine weitere Aufgabe sein. Das Projekt wurde gemeinschaftlich innerhalb der RAG entwickelt und soll in gemeinsamer Verantwortung umgesetzt werden.

Zwei verbundene Projekte der LEADER-Regionen LAG Voreifel – die Bäche der Swist und LAG Vom Bergischen zur Sieg (Nordrhein-Westfalen)
Die Energiewende ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die vom Engagement und der Beteiligung der Menschen vor Ort lebt. Gemeinsam entstehen Projekte, die die regionale Wertschöpfung stärken, die Lebensqualität erhöhen und spürbare Vorteile für die Bevölkerung schaffen – direkt vor der eigenen Haustür.
Die LEADER-geförderte Servicestelle Energie- und Wärmewende wurde als zentrale Anlauf- und Vernetzungsstelle ins Leben gerufen, um dieses bürgerschaftliche Engagement zu fördern. Sie vernetzt Menschen, Initiativen, Kommunen und Unternehmen in den LEADER-Regionen Voreifel – die Bäche der Swist und vom Bergischen zur Sieg – mit dem Ziel, die Energie- und Wärmewende gemeinsam zu gestalten.

Projekte der LEADER-Region LAG Parklandschaft Ammerland (Niedersachsen)
Um den Ausbau von Solarenergie im Gemeindegebiet zu beschleunigen und gleichzeitig im Einklang mit den vielfältigen Anforderungen der Kommune sowie den Menschen vor Ort zu steuern, haben die Gemeinde Bad Zwischenahn und Edewecht sowohl 1) ein öffentliches Solardachkataster für Dachflächen als auch 2) ein Freiflächensolarkaster erstellen lassen. Die Projekte in beiden Gemeinden waren über eine LEADER-Förderung möglich.

Ein Kooperationsprojekt der LEADER-Regionen LAG Südraum Leipzig (LEAD-Partner), LAG Leipziger Muldenland und LAG Land des Roten Porphyr (Sachsen)
Bürgergetragene Energieprojekte sind Bestandteil des Energie- und Klimaprogramms Sachsen, des integrierten Klimaschutzkonzeptes Landkreis Leipzig als auch der einzelnen LEADER-Entwicklungsstrategien. Doch bürgerschaftliches Engagement kommt im Landkreis derzeit für große Energiewendeprojekte nicht zum Tragen.
Die LEADER-Regionen LAG Südraum Leipzig (LEAD-Partner), LAG Leipziger Muldenland und LAG Land des Roten Porphyr haben daher im September 2025 eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben, um mit einer gemeinsamen Projektfinanzierung hier neue Impulse zu setzen: Mit der geplanten LEADER-Förderung wird die Anstellung eines Netzwerkmanagers bei der Niederlassung "Bürgerenergie-Landkreis Leipzig" der "Energiegenossenschaft Leipzig eG" möglich: Dieser Netzwerkmanager soll durch qualifizierte Informations-, Beratungs- und Koordinierungsarbeit einen konkreten Beitrag leisten, um die lokale Bevölkerung an der Umsetzung der Energiewende in der Region mitbestimmen und an deren wirtschaftlichem Erfolg teilhaben zu lassen.

Ein Kooperationsprojekt der LEADER-Regionen LAG Steinfurter Land und LAG Tecklenburger Land (Nordrhein-Westfalen)
Als wichtige Beratungs- und Informationsstelle für Windenergie im Kreis Steinfurt hat die Servicestelle Wind zum Ziel, den Aspekt Bürgerwind zu verankern. Die Servicestelle ist Kontakt für Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Windparkbetreibende und regionale Projektentwickelnde. Sie ist Dreh- und Angelpunkt im Sinne der am Windenergieausbau beteiligten Akteurinnen und Akteure: Sie vernetzt, informiert, klärt auf, begleitet, berät und schafft darüber hinaus eine Dialog-Plattform für die Bildung weiterer Kooperationen.
Die Servicestelle existiert bereits seit 2011 und ist mit neuen Aufgabenschwerpunkten in mehreren aufeinanderfolgenden Projekten über LEADER gefördert worden. Das aktuelle Projekt “Servicestelle 2.0” setzt im Schwerpunkt zwei Vorhaben um: eine neuartige und bundesweit einmalige Zertifizierung von Bürgerwindparks sowie ein weiterentwickeltes Coaching für die Kommunen des Kreises.

Ein Projekt der LEADER-Region Silbernes Erzgebirge (Sachsen)
Das Projekt SensiEE lädt alle Bewohnerinnen und Bewohner der Region dazu ein, sich aktiv mit den Chancen und Herausforderungen regenerativer Energien auseinanderzusetzen. SensiEE schafft Raum für Information und Dialog.
Gefördert durch das LEADER-Programm steht SensiEE für eine zukunftsorientierte Regionalentwicklung mit Beteiligung und Transparenz.
Ein Projekt der Aktiv-Region LAG Schwentine-Holsteinische Schweiz (Schleswig-Holstein/in Beantragung)
Das Dorfgemeinschaftshaus Großbarkau soll mittels Photovoltaik und Wärmepumpe klimaneutral betrieben werden. Durch die zusätzlich geplante Speichertechnik soll ebenso die Notstromfähigkeit (kritische Infrastruktur) erreicht werden. Die energetische Umrüstung wird unter anderem durch eine Förderung über LEADER von fast 60.000€ möglich.
Die Besonderheiten der besonders effizienten Wärmegewinnung sind einerseits die PVT-Technik (kombinierte PV- und Solarthermie-Kollektoren) und andererseits die Nutzung des nahegelegenen Dorfteiches zur Wärmeentnahme bzw. Wärmespeicherung. Dazu soll eine Sole-/Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz kommen, was den baulich-räumlichen Bedingungen besser entspricht.

Ein Kooperationsprojekt der LEADER-Regionen Vogelpark und Aller-Leine-Tal (Niedersachsen)
Die Pläne der Bundesnetzagentur sehen vor, dass Teile des deutschlandweiten Wasserstoffkernnetzes auch in den beiden LEADER-Regionen Vogelpark und Aller-Leine-Tal realisiert werden sollen (geplante Projekte Hyperlink 2 und 6).
Diese Pläne sind Anlass für die heimische Wirtschaft und die kommunalen Verwaltungsspitzen darüber nachzudenken, inwieweit die Region von den Chancen der Wasserstoffwirtschaft und der erneuerbaren Energien infrastrukturell und wirtschaftlich profitieren kann – sowohl durch die Ausspeisung, gegebenenfalls aber auch durch die Erzeugung von grünem Wasserstoff.
Ergänzend zur Wasserstoffthematik besteht die Frage, welche Chancen sich angesichts des kontinuierlichen Zubaus von erneuerbaren Energien in den Bereichen Sektorkopplung, regionale Wertschöpfung und Dekarbonisierung ergeben können.
Um sich diesen Aspekten zu widmen und um die gemeinsame Wirtschaftsregion in energetischer Hinsicht einmal aus neutraler, externer Fachperspektive betrachten zu lassen, haben sich die Städte Walsrode und Bad Fallingbostel sowie die Samtgemeinden Ahlden, Rethem (Aller) und Schwarmstedt in einem Kooperationsprojekt der beiden LEADER-Regionen "Vogelpark" und "Aller-Leine-Tal" zusammengetan. Durch diese Gemeinschaftsinitiative konnte eine LEADER-Förderung in Höhe von rund 160.000 € eingeworben werden.

Ein Projekt in der Region Lahn-Dill-Bergland (Hessen, keine LEADER-Mittel)
Die Kommunen in der LEADER-Region “Lahn-Dill-Bergland” sahen sich 2014 mit der Aufstellung eines neuen Teilregionalplan Energie konfrontiert und entschieden sich zu einer gemeinsamen Stellungnahme. Auf diesem Wege konnten die planungsrechtlichen Grundlagen zur Windparkbildung an kommunalen Grenzen vorbereitet werden, mit dem Ziel die Anzahl der Windparks und damit die optische und weitere Belastung für Bewohnerinnen und Bewohner zu reduzieren. Gemeinsames Anliegen war ebenso, die wirtschaftliche Teilhabe der Menschen vor Ort als auch der Kommunen zu ermöglichen.
Entsprechend eines Handlungsfeldes der lokalen Entwicklungsstrategie (2006-2013) “Schützen und In Wert setzen der Kulturlandschaft durch nutzen ihrer natürlichen Potenziale” war die Idee zur Gründung der Lahn-Dill-Bergland-Energie GmbH geboren. Die Gründung erfolgte 2016. Die Gesellschaft ist zu 60% in der Hand von Kommunen und kommunalen Betrieben, 30% von lokalen privaten Betrieben und zu 10% in der Hand einer Bürgergenossenschaft. Die GmbH besteht heute noch und betreibt insbesondere Windkraftanlagen in der Region, deren erwirtschafteten Gewinne auch den kommunalen Haushalten zu Gute kommen.
Die Initiierung und Gründung der Lahn-Dill-Bergland-Energie GmbH wurde intensiv über den ehemaligen LEADER-Regionalmanager begleitet. Es kamen keine LEADER-Fördermittel zum Einsatz.
Sie haben ein weiteres Beispiel aus dem LEADER-Kontext, welches Sie gerne hier veröffentlichen würden?
Bringen Sie Ihre Idee ein und schreiben Sie uns an!
Zahlreiche Kommunen, Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben sich erfolgreich auf den Weg gemacht, die Energiewende in ihrer Region zu gestalten. Über folgende Links sind viele kommunale Praxisbeispiele und Bürgerenergie-Projekte zu finden: